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Foto: Daniel Böckle @danielboeckle

Ein Lichtermeer für Demokratie und Menschenrechte – 10.000 Menschen setzen ein klares Zeichen gegen Rechts in Tübingen

Tübingen, 31. Januar 2025 – Am vergangenen Freitag versammelten sich über 10.000 Menschen auf dem Tübinger Marktplatz und den anliegenden Gassen, um gemeinsam gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft zu protestieren. Die Kundgebung „Die Brandmauer brennt – ein Lichtermeer für Demokratie und Menschenrechte“, wurde von einem breiten Bündnis aus knapp 40 zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt.

Am Mittwoch hatte zum ersten Mal ein Antrag im Bundestag nur mit Hilfe der Stimmen der AfD eine Mehrheit bekommen. Bundesweit gab es seitdem zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen.

In Tübingen verwandelten die Demonstrierenden den Marktplatz mit Lichterketten, Taschenlampen und Laternen in ein leuchtendes Lichtermeer.
„Wehrt euch, leistet Widerstand
gegen Hass und Hetze hier im Land.
Haltet fest zusammen!" war in der gesamten Tübinger Innenstadt zu hören.

Lauter Jubel ertönte, als bekannt wurde, dass der Gesetzesentwurf zur Verschärfung der Asylpolitik der Union trotz Stimmen der AfD, CDU, FDP und BSW im Bundestag keine Mehrheit erhalten hatte.

Verschiedene Redner*innen beleuchteten die Gefahren des Rechtsrucks aus unterschiedlichen Perspektiven: Dr. Mehrabuddin Sherzad konnte einst selbst die Unterstützung von Plan B in Anspruch nehmen. Der Politologe und Verwaltungswissenschaftler kritisierte Abschiebungen in menschenverachtende Regime wie nach Afghanistan scharf. Der LAMSA e.V (Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt) hatte ein Grußwort übersendet, welches stellvertretend vorgelesen wurde. Sie berichteten von zunehmender Gewalt gegen Menschen mit Migrationshintergrund seit dem Anschlag in Magdeburg. Sie warnten eindringlich vor der Instrumentalisierung rechter Gewalt. Andreas Foitzik von ZAK³ thematisierte den Rutsch nach Rechts aller etablierter Parteien. Maria Dietzfelbinger von den Omas gegen Rechts Tübingen erinnerte in ihrem Beitrag an Parallelen zur NS-Sprache, die sie selbst in ihrer Jugend noch so oft gehört hatte.
Ceylin Demirezen vom Jugendgemeinderat berichtete von Alltagsrassismus und davon, dass sich Menschen mit Migrationsgeschichte aktuell fragen, ob sie hier noch eine Zukunft haben. "Und ganz ehrlich: Ich will nicht in einem Land leben, in dem wir uns das gefallen lassen." rief sie den Demonstrierenden zu.
Karina Wasitschek für Stop GEAS, ein Bündnis gegen die "Gemeinsame europäische Asylrechtsreform", stellte unter anderem den Zusammenhang zwischen Klimakrise und Fluchtbewegungen dar. Zum Schluss betonte Theo Ihlein (Fridays for Future Tübingen) noch einmal die enge Verbindung von Klimagerechtigkeit und Demokratie.

„Wir sind überwältigt, wie viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind. Das gibt Hoffnung! Die Entscheidung des Bundestags letzten Freitag zeigt: Protest wirkt!“, sagt Antonia Sachs von Fridays for Future Tübingen.
Die hohe Beteiligung an der Kundgebung zeige auch: Tübingen setzt ein klares Zeichen gegen rechte Hetze und menschenfeindliche Politik.

Fridays for Future Tübingen und die unterstützenden Gruppen rufen dazu auf, weiterhin für Demokratie, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft einzutreten.

Fridays for Future Tübingen
E-Mail: fridaysforfuture.tuebingen@posteo.de
Website: https://fridaysforfuturetuebingen.de/